Opel Bochum – Wir tragen die Fackel weiter

„Opel Bochum – Wir tragen die Fackel weiter" – Montagskundgebung am 8. Dezember 2014

 

Kurz nach Mitternacht lief im nordrhein-westfälischem Bochumer Opelwerk das letzte Auto vom Band. Der Autobauer schließt sein Werk. Große Trauer bei den rund 3.000 Mitarbeitern. – Auch im hessischen Werk in Rüsselsheim ist die Betroffenheit groß.

 

 

 

 

 

Wir lebten Opel – Das letzte Auto aus Bochum

Wir lebten OPEL

Das letzte Auto aus Bochum

Ein bedrückender Tag, dieser Freitag vor Nikolaus 2014, denn heute ist der letzte Opel Zafira im Werk Bochum vom Band gelaufen.

Ich habe heute einen Geschäftstermin in Bochum. Doch schon vorher höre ich Berichte und Kommentare des WDR im Autoradio. Über 10 Jahre haben die Opelaner und alle Verbündeten (von Outokumpu- ehemals Thyssen-Krupp Edelstahl, Ex-Nokia, Freunde, Nachbarn und andere Bochumer) gekämpft um die wichtigen Arbeitplätze in der Stadt zu erhalten. Doch vergebens, heute soll endgültig Schluss sein.

Bedrückende Stimmung in der ganzen StadtEntlassungshauptstadt Bochum

Schon an der Autobahnabfahrt, am gelben Ortseingangsschild, empfinde ich die bedrückende Stimmung, die mir entgegen schlägt.

Ich gehe durch die Bochumer Innenstadt zum Hotel, zu meinem Termin. Ich bin früh, also kann ich langsam gehen und die Stimmung auffangen. Hin und wieder kommt mir ein Opelaner mit Opelschild oder direkt eine kleine Gruppe mit Opel-Fahne entgegen.

wir sind OpelWir sind Opel!

Zu hause in meinem Kleiderschrank liegt auch noch mein altes, gelbes T-Shirt "Wir sind OPEL", dass mir Freunde vor Jahren geschenkt haben und mit dem ich selber vor einigen Jahren die Betroffenen auf der Protestkundgebung unterstützt habe. Ein Bekannter hatte damals gesagt "Wir brauchen jeden Einzelnen, der zu uns steht. Vielleicht nutzt es uns irgendwann doch, unsere Jobs zu behalten. Weißt Du, das ist wie bei so einem riesigen Fischschwarm  . . . ".

Ja, es ist ein paar Jahre her – und jetzt ist es doch zu spät.

 

Zukunftsaussichten für Opel-Beschäftigte in Bochum

Nach dem umfangreichen Stellenabbau und Werksschließungen in Bochum (zuvor genannte Outokumpu + Nokia usw.) sind die Aussichten auf einen adäquaten Arbeitsplatz in der Metallindustrie dieser Region alles andere als gut.

Zwar habe ich den Sozialplan noch nicht selber gelesen, doch nach Berichten des WDR und einiger Betroffener soll der Sozialplan, dem General Motors zugestimmt hat, recht human sein. In den vergangenen Jahren habe ich durchaus einige Werksschließungen erlebt, bei denen sich Weltunternehmen wesentlich knauseriger verhalten haben.

Na ja, vielleicht kann ich nach den Erfahrungen von 2008 in Bochum und in der Zwischenzeit in Rüsselsheim dem einen oder anderen Opelaner wenigstens bei der steuerlichen Optimierung einem Tipp geben und damit meine Unterstützung zum Ausdruck bringen.

 

Nachtrag:
Passend zu diesem Anlass, lief am späten in der ARD eine Dokumentation des WDR "Wir lebten Opel – Das letzte Auto aus Bochum", die Norbert Spittka bereits bei Youtube hochgeladen hat. (siehe oben)

Überhaupt ein sehenswerter Kanal zu diesem Thema:
Youtube:   https://www.youtube.com/user/Gerther/videos

Google plus:    https://plus.google.com/+NorbertSpittka/posts

 

 

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Opel Bochum – die nächsten Nackenschläge für die Beschäftigten

Opel Bochum – es kehrt keine Ruhe ein

Die goldenen Zeiten des Opel-Werks in Bochum liegen inzwischen Jahrzehnte hinter uns. Die Werksschließung für 2015 ist beschlossenen Sache und am 12.12.2014 läuft endgültig das letzte Fahrzeug "Opel Zafira" vom Band.

Abfindungen bei Opel in Bochum

Bisher haben 2000 Mitarbeiter (etwa 65%) den für sie ausgehandelten Sozialtarifvertrag angenommen. Sie werden eine Abfindung erhalten und danach für maximal 24 Monate in einer Auffanggesellschaft beschäftigt werden.

Die restlichen ca. 1.000 Opelaner, die den Sozialtarifvertrag noch nich angenommen haben, befürchten das ihre Abfindungen nicht richtig berechnet wurden.

Klage des Betriebsrats läuft weiter

Der Betriebsratschef Rainer Einenkel prozessiert seit Monaten gegen den Konzern, weil er vom Aufsichtsrat nicht ausreichend von einer Planungsänderung in der Produktion informiert wurde. Dabei handelt es sich um eine zentrale Frage der Produktionsauslastung beim Opel Zafira, die auch in der Folge das Aus für das Bochumer Werk bedeutete.

Bei der Gerichtsverhandlung heute wurd festgelegt, dass voraussichtlich erst im Dezember mit einer Entscheidung zu rechnen ist, wenn die Produktion bereits eingestellt wurde.

 

Eigene Erfahrungen in den vergangenen Jahren bei Opel in Bochum

In den vergangenen Jahren bin ich selber schon häufiger für ehemalige Mitabeiter der Bochumer Opelwerks tätig gewesen. Wir haben bisher in allen 16 Fällen eine sehr gute Optimierung der Abfindung und damit finanziellen Vorteil erreichen können.

Maikundgebung Opel Bochum
Teilnahme bei der Maikundgebung in der Bochumer City

Wenn Sie selber von dieser / einer anderen Werksschließung betroffen sind oder aus einem anderen Grund eine Abfindung erhalten, können Sie sich gerne über die Internetseite abfindung-steuerfrei.de an mich wenden. Ich helfe auch ihnen gerne!

 

 

Daimler Düsseldorf – 3000 Mitarbeiter streiken

Daimler Düsseldorf – 3000 Mitarbeiter streiken gegen Stellenabbau

 

Heute haben Mitabeiter aus allen drei Schichten gegen die geplante Stellenverlagerung demonstriert und den Tag über gestreikt. 

Kein offizieller Streik bei Daimler

Offiziell handelt es sich um keinen Streik, der auch nicht angemeldet war, doch stehen heute die Bänder fast den ganzen Tag still. In den Morgenstunden und Mittags gab es jeweils eine Demonstration von etwas 1000 Beschäftigten aus der Produktion. Am Nachmittag war jedoch wieder Ruhe eingekehrt. Das Foto habe ich gegen 17 Uhr vor dem Werkstor gemacht. Wie jetzt zu erfahren war, standen um diese Uhrzeit jedoch noch die Produktionsbänder still.

Daimler-Werk in Duesseldorf-Unterrath

Sprinter-Produktion bei Daimler in Düsseldorf

Im Rahmen von Kosteneinsparungen wird derzeit von der Konzernzentrale eine Verlagerung der Sprinter-Produktion für den nordamerikanischen Markt geprüft. Dazu kommt, dass Volkswagen die Auftragsfertigung für den VW-Crafter beenden wird. Dadurch würde das Düsseldorfer Werk mehr als 30% seiner Aufträge verlieren. 

Befürchtungen vor dem Personalabbau für 2018

Weil die Aufträge aus dem eignen Konzern zurück gehen könnten sowie die Fremdfertigung für Volkswagen ausläuft, befürchten die Beschäftigten, dass in dem bis heute sehr profitablen Werk bis zu 1.800 Arbeitsplätze verloren gehen könnten. Und das, obwohl der Verkauf an Transporter "Sprinter" und "Crafter" derzeit boomt.

 

Stellenabbau bei Osram – 7.800 Mitarbeiter sind betroffen

29.07.2014

Trotz gestiegenem Betreibsgewinn, sollen 7.800 Stellen abgebaut werden

Wie soeben die Wirtschaftswoche nach einer Vorstandssitzung bei Osram meldet, beabsichtigt der deutsche Leuchtmittelhersteller in den nächsten 2,5 Jahren bis zu 7.800 Arbeitsplätze abzubauen.

Osram Stellenabbau in Deutschland und weltweit

Zur Zeit ist wohl geplant, dass alleine in Deutschland bis zu 1.700 Stellen und noch einmal über 6.000 Stellen im Ausland gestrichen werden sollen, wobei die Bertungen mit der Arbeitnehmervertretung noch nicht abgeschlossen ist.

 

Stellenabbau ist das Ziel des Konzernumbaus bei Osram

Ganz leicht ist es nicht, diese Vorhaben den Beschäftigten und der bevölkerung zu erklären. Zwar muss Osram derzeit einen leichten Umsatzrückgang verzeichnen, doch hat sich der Betriebsgewinn mehr als verdreifacht. (Quelle: NTV)

Mit diesen Absichten setzt der Vorstand bereits jetzt ein klares Zeichen, wie der Konzern auch weiterhin umgebaut werden soll. Dabei läuft zur Zeit noch das bisherige Sparprogramm, bei dem aktuell schon fast 8.700 Arbeitsstellen  (1.500 davon in Deutschland) gestrichen wurden.

 

 

Fotos Flickr: Patricia M, Mike Wittmann

HP schließt Standort in Rüsselsheim

HP schließt nun doch Standort in Rüsselsheim – höhere Abfindung bei freiwilliger Unterschrift

 

Nun ist es endgültig – HP (Hewlett Packard) stellt den Betrieb in seinem Werk in Rüsselsheim zum 31. Januar 2014 ein. Dies ist zwar drei Monate später, als ursprünglich durch den amerikanischen Computerkonzern angestrebt, aber mehr konnten die Arbeitnehmervertreter in ihren zähen Verhandlungen leider nicht erreichen, so Volker Stichter – Betriebsratsvorsitzender. Weiter äußerte sich Stichter dahin, dass die Vertreter der Arbeitnehmer über dieses Endergebnis nicht erfreut sind, ihnen aber keine Mittel zur Verfügung stehen, die Geschäftsleitung von HP an diesem Schritt zu hindern.

Für die Gespräche zwischen Unternehmensführung und Betriebsrat war extra, Einigungsstelle geschaffen worden. Deren Vorsitz hatte David Hagen, Arbeitsrichter am Duisburger Gericht, inne. Geschaffen worden war die Einigungsstelle aufgrund einer fehlenden Bereitschaft für einen Kompromiss zwischen den beiden Parteien. Schlussendlich musste sowohl der Betriebsrat, wie auch die Unternehmensführung den Spruch der Einigungsstelle akzeptieren. Dieser umfasst Abfindungen für alle Mitarbeiter, welche sich nach dem Gehalt, der Länge des Angestelltenverhältnisses und dem Alter richten. 

 

Eine konkrete Gesamtsumme für die Abfindungen ist bislang nicht bekannt und wurde auch dem Betriebsrat nicht bekannt gegeben. Die Arbeitnehmervertreter versuchten dies durch eine Nachfrage bei der Unternehmensführung in Erfahrung zu bringen, allerdings wurden diese mit der banalen Aussage „dies gehe sie nichts an“ abgeschmettert. Bislang ist nur klar, so der Vorsitzende des Betriebsrates, dass Mitarbeiter, welche freiwillig eine Vereinbarung über eine Abfindung unterzeichnen, eine Summe erhalten, die um 15 Prozent höher liegt. Zusätzlich bietet sich diesen Mitarbeiter die Chance, einem Wechsel in eine Transfergesellschaft zuzustimmen. Betroffen von diesen Vorgängen sind laut Betriebsratsvorsitzendem schätzungsweise 500 – 600 Angestellte – alle Mitarbeiter, die aktuell noch in Rüsselsheim beschäftigt sind.

 

Streichung von 29.000 HP-Arbeitsplätzen weltweit

Die Verlegung der Produktion in Länder mit Niedriglohn ist der Hintergrund des Programms, warum der Standort Rüsselsheim von HP geschlossen wird. Von den 330.000 Arbeitsplätzen weltweit will HP so 29.000 Stellen einsparen – davon betroffen sind eben auch die 500 – 600 verbliebenen Mitarbeiter in Rüsselsheim. Bis Februar dieses Jahres waren an dem Standort noch 1.100 Menschen beschäftigt. 

 

Bereits im März wechselten 200 zu Opel, für den HP bislang ausgelagerte Arbeiten an der Software des Autobauers übernahm. Weiter 200 ehemalige Beschäftigte unterschrieben bislang einen Aufhebungsvertrag und für 200 andere Mitarbeiter stehe eine Versetzung nach Bad Homburg an. Alle anderen Mitarbeiter seien vom Spruch der Einigungsstelle betroffen. Doch nicht nur die Mitarbeiter betrifft die Stellenreduzierung von HP, sondern auch die Kunden, so der Betriebsrat. Andere Standorte könnten nicht innerhalb von kurzer Zeit den Service übernehmen und qualifizierte Leistungen erbringen.

 

HP gibt als Grund für den Programmstart zur Verlegung der Produktion in Niedriglohn-Länder an, dass der Umsatz aufgrund der großen Konkurrenz im Bereich Hardware und Drucker sehr heftig sei. Es gab im zweiten Quartal 2013 Einbrüche von über 30 Prozent beim Gewinn des Unternehmens – dieser viel auf etwa 1,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz hingegen ging nur um zehn Prozent zurück auf ungefähr 27,6 Milliarden Dollar. 

 

HP-Mitarbeiter Demo auf der CeBit 2013

 

Foto: IG Metall

Commerzbank-Chef treibt Stellenabbau weiter voran

Nächste Runde beim Stellenabbau der Commerzbank
 

Der Vorstandsvorsitzende Martin Blessing, hat es fast geschafft, denn sowohl der Betriebsrat als auch die Führung der Commerzbank AG einigten sich darauf, dass mehr als 5000 Stellen bei der zweitgrößten Bank Deutschlands gestrichen werden. Lediglich der Gesamtbetriebsrat muss der Stellenstreichung jetzt noch zu stimmen.

 

Die Commerzbank beschäftigte Ende März 2013 konzernweit 54.000 Mitarbeiter. Bis zum Jahr 2016 soll nun eine Radikalkur dazu führen, dass 5200 Beschäftigte ihren Job verlieren werden. Eingerechnet darin sind auch bereits die ca. 500 Arbeitsstellen, die in Kürze beim Tochterunternehmen, der Frankfurter Hypothekenbank (ehemals Eurohypo), gestrichen werden.

Nicht nur allein ältere Mitarbeiter sollen gehen

Baut ein Betieb über Jahre Personal ab und versucht vor allem älteren Mitarbeitern den Ruhestand schmackhaft zu machen, ist die Jugend irgendwann allein auf weiter Flur vertreten. Die Alterspyramide gerät ins Wanken und droht sogar zu kippen. Die Commerzbank will es erst gar nicht so weit kommen lassen. Der jüngst beschlossene Stellenabbau setzt somit ganz andere Akzente als die früheren Personalabbauprogramme. Nach, wie vor setzt die Commerzbank auf Erfahrungswissen und will aus diesem Grund auch ältere Mitarbeiter halten.

Konsequenzen für Kunden und Filialen

Weil auch die Kundschaft der Commerzbank erfahrene Berater in jeder Filiale erwartet, wird der Stellenabbau nicht nur ältere Mitarbeiter treffen können. Da das Unternehmen außerdem auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet, darf die Commerzbank auf der anderen Seite frei wählen, wen sie gehen lässt und wen nicht. So soll hier das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit gelten, allerdings ist dies keine Garantie dafür, dass jeder Mitarbeiter auch wirklich freiwillig gehen wird, denn ein Großteil der Beschäftigten möchte seinen Job behalten. Für die Kosten des Sparprogramms wurde bereits eine Rückstellung von 500 Millionen Euro gebildet

Abfindung für jeden Mitarbeiter der Commerzbank, der freiwillig das Unternehmen verläßt

Jedem Mitarbeiter, der das Unternehmen freiwillig verlässt,  soll mindestens eine Abfindung von 20.000 Euro erhalten, individuell wird dieser Betrag allerdings auf Basis der bisherigen Tätigkeitsbereiche und Betriebszugehörigkeit deutlich steigen. Dafür soll ein Brutto-Monatslohn pro Jahr der Beschäftigung angerechnet werden. Wer also schon eine Reihe von Jahren für eines der Unternehmen des Commerzbankkonzerns tätig war und zudem gut verdient hat, kann mit einer hohen Abfindung rechnen. Zudem wird ein Teil der 500 Millionen Euro Rückstellung ebenfalls für Umbaumaßnahmen in Filialen genutzt werden.

Konkrete Pläne für Stellenkürzungen

Auf die inländischen Institute der Commerzbank AG entfallen somit gleich 3900 der 5200 gekürzten Stellen. Besonders stark wird die Zahl der Vollzeitstellen im Privatkundengeschäft gekürzt, wobei die Zahl der Filialen vorerst bleiben soll.

Auf den ersten Blick scheint dieses Vorhaben kaum zusammen zu passen mit dem angestrebten Ziel ca. 1 Million neue Kunden zu gewinnen. dazu gehen die Planungen der Commerzbank eher in die Richtung von flexibleren Arbeitszeiten für die Zukunft. Veränderte Öffnungszeiten sollen dem  Kundenverhalten entgegenkommen, das sich in den letzten Jahren enorm verändert hat. Kunden greifen vermehrt auf Online-Banking zurück. Niedrige Frequenzen in den Filialen, wie auch der veränderte Rhythmus des Kundenstroms in einkaufsnahen Stadtbezirken erfordern klare Veränderungen in der Bankbranche. So sollen sich Filialen in Einkaufsstraßen oder Großstädten in Zukunft durch längeren Öffnungszeiten dem Bedarf anpassen und so für mehr Kundenzufriedenheit sorgen. Wobei weite Teile der Beschäftigten gerade diese Punkte sehr kritisch betrachten.

 

Siehe auch frühere Meldung zu Stellenstreichungen bei der Commerzbank

Arbeitsgerichtsprozess

Arbeitsgerichtsprozess

 

Klage und Zuständigkeit

Wenn es innerhalb eines Arbeitsverhältnisses zu Auseinandersetzungen kommt, die nicht mehr im persönlichen Gespräch geklärt werden können gibt es die Möglichkeiten Das Arbeitsgericht anzurufen. Nach Maßgabe des Arbeitsgerichtsgesetzes sind erstinstanzlich die Arbeitsgerichte zuständig, in der zweiten Instanz die Landesarbeitsgerichte und in der dritten Instanz das in Erfurt ansässige Bundesarbeitsgericht. Arbeitsgerichtsprozesse werden immer vor Kammern verhandelt, die aus einem vorsitzenden Berufsrichter und zwei ehrenamtlichen Laienrichtern (Arbeitnehmer / Arbeitgeber) bestehen.

 

Die Arbeitsgerichte sind immer unabhängig vom Streitwert bei allen Auseinandersetzungen rund um das Beschäftigungsverhältnis anzurufen. Dabei ist völlig egal, ob es sich um tarifvertragliche Streitigkeiten handelt oder um Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis (monetär oder Sachwerte wie z.B. ein Urlaubsanspruch, Arbeitszeugnis). Der Gerichtsstand ist hier entweder der Ort der Arbeitsstätte oder der Wohnort des Beklagten.

 

 

Ablauf der Klage

 

Nach Eingang der Klage, die bei Gericht sowohl schriftlich als auch mündlich (zur Protokollierung) vorgetragen werden kann, wird in Arbeitsgerichtsverfahren immer eine sehr zeitnah angesetzte Güteverhandlung angesetzt. Auch in arbeitsgerichtlichen Angelegenheiten kann in Fällen von Geldforderungen zunächst ein Mahnverfahren eingeleitet werden. Dies ist immer auch eine Kostenfrage.

 

Wie bei zivilrechtlichen Prozessen können sich die Parteien erstinstanzlich ohne Rechtsbeistand in Form eines Rechtsanwaltes o.ä. selbst vertreten, jede höhere Instanz erfordert allerdings die rechtliche Interessensvertretung durch einen Anwalt. 

 

 

Kosten einer Klage vor dem Arbeitsgericht

 

In der Frage der Kostenverteilung unterscheiden sich arbeitsgerichtliche Prozesse dann allerdings von zivilrechtlichen Prozessen.

 

Bei Verfahren vor den Arbeitsgerichten muss erstinstanzlich jede Partei ihre Kosten für den Rechtsbeistand selbst zahlen. Es ist gesetzlich vorgesehen, dass Anwaltskosten und Verdienstausfälle nicht erstattungswürdig sind.

 

Erst in den höheren Instanzen ist die Erstattung der Kosten der unterliegenden Partei vorgesehen, soweit sie als notwendig angesehen werden.

 

 

 
Vertretung durch einen Verband / Kostenunterstützung
Wird eine der streitenden Parteien nicht durch einen fachkundigen Vertreter eines Verbandes (Berufs-/Branchenverbände oder Gewerkschaften) vertreten und kann man nachweisen, dass man sich den Rechtsbeistand nicht leisten und sich auch nicht anderweitig vertreten lassen kann, so ordnet das Arbeitsgericht einen Anwalt bei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gebühren und Kosten sind in arbeitsgerichtlichen Angelegenheit ganz anders geregelt, als in zivilrechtlichen Verfahren. Zudem sind die Gebührensätze geringer als in zivilrechtlichen Verfahren. Kostenvorschüsse im Allgemeinen und im besonderen auch im Verfahren der Zwangsvollstreckung werden nicht fällig. Generell gilt für das arbeitsgerichtliche Verfahren, dass eine nach dem Streitwert berechnete Gebühr und die entsprechenden Auslagen fällig werden.

 

Rechtsmittel gegen ein Urteil

 

Bei Arbeitsgerichtsprozessen sind drei Rechtsmittel möglich, um sich gegen Urteile zu wehren: 

 

  1. Ein Urteil des Arbeitsgerichts kann durch das Rechtsmittel der Berufung vor dem Landesarbeitsgericht angefochten werden, was allerdings nur bei einem Gegenstandswert von über 600 EUR möglich ist, oder Inhalt des Verfahrens eine Kündigung oder das Bestehen (oder nicht) des Beschäftigungsverhältnisses ist. Die Berufung kann binnen eines Monats ab Zustellung des erstinstanzlichen Urteils eingelegt und mit einer zwei monatigen Frist begründet werden.
  2. Gegen ein Urteil des Landesarbeitsgerichts kann vor dem Bundesarbeitsgericht Revision eingelegt werden. Diese muss allerdings vom Landesarbeitsgericht zugelassen worden sein und wieder binnen eines Monats ab Zustellung des Urlaubs eingelegt und binnen 2 Monaten begründet werden.
  3. Darüber, ob eine Beschwerde gegen Urteile des Arbeitsgerichts möglich sind, entscheidet das Landesarbeitsgericht.

 

Grundsätzlich kann man die Anfechtbarkeit der dem Urteil enthaltenen Rechtsmittelbelehrung entnehmen. Dabei muss immer auf die Einhaltung der Fristen geachtet werden.

 

 

Vollstreckung bei Arbeitsgerichtsprozessen

 

Was die Vollstreckbarkeit arbeitsgerichtlicher Entscheidungen angeht, so gelten hier die gleichen Richtlinien wie in zivilrechtlichen Angelegenheiten. Entscheidungen der Arbeitsgerichte können bereits vor Eintritt der Rechtskraft vorläufig vollstreckt werden. Dies kann nur in sehr seltenen Fällen ausgeschlossen werden.

 

Fotos: Michael Grabscheit + Thorben Wengert / pixelio.de

 

Arbeitsplatzabbau bei Rheinmetall

Rheinmetall in der Krise
14.08.2012

In den letzten Wochen verdichten sich die Spekulationen um einen erheblichen Personalabbau beim Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall.

Hessen

Bereits seit August meldete der Hessische Rundfunk über eine geplante Verkleinerung bei Rheinmetall Landsysteme in Kassel. Voraussichtlich soll der bisherige Personalbestand von 410 auf nur noch knapp über hundert im Bereich Panzerbau reduziert werden. In diesem Werk wird u.a. seit Jahrzehnten der „Puma“-Schützenpanzer gebaut. Die zweite Sparte „Radfahrzeuge“  mit ca. 440 Beschäftigten ist derzeit noch nicht vom Umbau betroffen.

Schleswig-Holstein

Im zweiten Werk der Rheinmetall Landsysteme in Kiel ist scheinbar ein Abbau von ca. 320 der 500 Stellen geplant.

Das könnte ein schwerer Schlag bei Arbeitsplätzen in der Schwerindustrie für die Ostseemetropole werden. Denn auch in den militärisch, wie zivilen Bereichen der Werften führt die aktuelle Wirtschaftslage zu geringeren Auftragseingängen und einer Reduktion der Industriearbeitsplätze.

 

Schweiz

Die Rheinmetall Air Defence die für die Produktion von Flugabwehrsystemen zuständig ist und hauptsächlich in einem Werk in Zürich produziert, leided derzeit ebenfalls unter dem geringen Auftragseingang aus europäischen Ländern und der nachhaltigen Währungsschwäche des Euro.

Diese Situation führt zur Entlassung von 40 Beschäftigten und weiteren ca. 40 Stellen, die durch Fluktuation und Vorruhestand abgebaut werden sollen.

 
 
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Foto: flickr: Bunderwehr /Wir dienen Deutschland

Diskussion um den Kündigungsschutz

Sommerloch: Diskussion um den Kündigungsschutz

19.07.2012

In den vergangenen Wochen flammt erneut die Diskussion und mögliche Änderungen beim Kündigungsschutz auf. Nachdem die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitsgeberverbände (BDA) mit einigen Erklärungen und Kommentaren den gesetzlichen Kündigungsschutz als "Beschäftigungshemmnis" betitelte, antwortete jetzt der Berufsverband "Die Führungskräfte" (DFK) in einer Verlautbarung, in der sie keinerlei Bedarf für Veränderungen an der bisherigen Gesetzesregelung sehen.

 

Gedanken der BDA zu Abfindungen

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitsgeberverbände schlägt vor, die aktuelle Kündigungsschutzgesetze einer Weiterentwicklung zu unterziehen. Ein spezieller Punkt dabei wäre die Einführung einer "Abfindungsoption", mit der Arbeitgeber und Arbeitnehmer fest vereinbaren könnten, dass gegen Zahlung einer Abfindung der Arbeitnehmer verbindlich auf eine Kündigungsschutzklage verzichtet.

 

Kommentar des Führungskräfteverbands

Wolfgang Bruckmann, Präsident des Führungskräfteverbands (ULA) verwies in der FAZ auf die enorm gewachsene Wirtschaftsleistung, die gezeigt habe, dass die deutsche Volkswirtschaft offenbar überhaupt nicht unter einer falschen Gestaltung des Kündigungsschutzes leidet.

 

 

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