West LB – Das Ende ist nah!

29.06.2012 – Ein Kommentar von Carsten Peter

Seit Jahren schwelt der Brand bei der West LB im Hintergrund. Abseits der großen, weltweiten Finanzmärkte, dem Spielfeld auf dem die Nordrhein-Westfälische Landesbank doch so gerne mitgespielt hat.die ehemalige West LB

Und nun muss ich mich doch sehr beeilen, um noch etwas zur West LB zu schreiben, denn am morgigen Samstag, dem 30.06.2012 ist der letzte Tag gekommen:

Die West-LB wird abgewickelt
 

Politik und Management hatten knapp vier Jahre Zeit, um eine langfristig tragbare Lösung zu finden. Nun gut, eine endgültige Abwicklung ist auch eine langfristige Lösung. Doch das Nachsehen haben haben die Mitarbeiter und die Einwohner von Nordrhein-Westfalen.

 

Die Mitarbeiter der West LB

Es gibt ein paar Neuerungen auf dem personellen Stellen-Verschiebe-Bahnhof. Wie die Welt heute berichtet, werden ca. 450 Mitarbeiter zur Hessischen Landesbank wechseln und ein paar Abteilungen sind an andere Banken verkauft worden.

Die übrigen etwa 3200 Angestellten werden erst einmal in der neu gegründeten Servicegesellschaft "Portigon" abgelagert. Was aus diesen Menschen in Zukunft wird, darüber scheint zur Zeit noch keinerlei Klarheit zu herrschen. Es scheint ein paar erste willige Leute zu geben, die zur nächsten Woche die West LB mit einer Abfindung verlassen. Ansonsten wurde vom West LB-Sprecher nur bekannt gegeben, dass bis Ende 2016 die Personalstärke auf 1000 Personen abgebaut werden soll.

 

 

Die Bürger von NRW

Weil neben dem Land NRW, das durch Steuergelder der Bürger finanziert wird auch die Stadt- und Kreissparkassen in direkter Form an der WestLB beteiligt sind, wurden auch die Sparkassen in den vergangenen Jahren mit Sonderzahlungen an den Verlusten aus Finanzeskapaden der WestLB beteiligt. Die Sparkassen gehören wiederum den jeweiligen Städten und Kommunen – die übrigens auch ausschließlich durch den Bürger finanziert werden.

 

Bleibt abzuwarten wie die Führung der Servicegesellschaft Portigon mit den übrig gebliebenen Mitarbeitern umgeht.

 

 

Hier ein zusätzliches Video des WDR.
 

 

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AKW Biblis – Sozialverträglicher Personalabbau

Es geht auch mal ohne Personalabbau – Atomkraftwerk Biblis

28.06.2012

Die beiden Atomreaktoren Biblis A und Biblis B sind im vergangenen Jahr endgültig abgeschaltet worden. Für RWE, den Betreiber des Atomkraftwerks, bedeutet die Entscheidung der Bundesregierung u.A. eine neue Personalplanung für den Betrieb in der Nähe von Worms.

Neue Beschäftigungen bei RWE

Wie die RWE-Personalleitung bekannt gab, sind bereits mehr als 100 Beschäftigte zu konzerninternen Arbeitsplätzen versetzt worden. Die Lampertheimer Zeitung berichtet, dass auch fast alle zukünftig abzubauenden Arbeitsstellen durch alternative Angebote bei RWE aufgefangen werden können. Allein bis zum Jahresende 2012 wird das noch für ca. 165 Personen gelten, denn die Betriebsstärke soll in den nächsten Monaten von 635 auf 470 Beschäftigte gesenkt werden.

 

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Foto: ThaRemix-flickr

Nokia – Kampf an allen Fronten

Was ist los mit dem Welt umspannenden Elektronikkonzern?

27.06.2012

Ereignisse über Ereignisse und täglich neue Neben-Kriegsschauplätze. Es ist in der Tat so, dass Nokia schon bessere Zeiten erlebt hat und die Führung, die aus den weiten Wäldern der finnischen Provinz heraus agiert, momentan wirklich aufpassen muss, den Überblick über Krisengebiete und neue Brandherde nicht zu verlieren.

bei Nokia nur eine Nummer Inzwischen ist jedem Nokia-Beschäftigten bewusst, dass auch er nur noch eine Nummer mit Barcode ist.

Übermorgen ist der vierte Jahrestag der Werksschließung von Nokia in Bochum

Durch ganz Europa ging ein Aufschrei, als nach den Weihnachtsferien am 06.01.2008 eine kleine Presseerklärung aus dem finnischen Espoo die Nachrichtenticker in aller Welt erreichte. Trotz erbitterten Protesten aus allen Bevölkerungsgruppen und allen politischen Lagern, zog Nokia seinen Plan in Windeseile durch, entließ die Belegschaft (zum Teil mit sehr angemessenen Abfindungen und umfangreichen Weiterbildungsprogrammen, die jedoch leider nur sehr begrenzte Erfolge verzeichneten) und schloss das komplette Werk zum 30.08.2008.

Anfang und Ende von Nokia in Rumänien

Das in Jucu in der Region Siebenbürgen (Rumänien) schnell gebaute Ersatzwerk für Bochum hatte parallel zu den Ereignissen in  Deutschland, im Sommer 2008 die Produktion von Mobilfunkgeräten aufgenommen.

 

Der Staat Rumänien und die EU haben sich die aufwändige Ansiedlung von Nokia im rumänischen Norden etwa 30 Millionen Euro Subventionen kosten lassen. Nach Berichten in diversen Medien lief das Werk sehr gut organisiert und planmäßig, bis im Sommer 2011 das komplette Werk durch das rumänische Innenministerium wegen Steuer- bzw. Zollschulden beschlagnahmt wurde. Schon wenige Tage später wurde aus Finnland bekannt gegeben, dass auch das rumänische Billig-Produktions-Werk schon nach drei Jahren kurzum geschlossen werden soll.

Jucu, Rumänien

 

Niedergang und Verluste in fast allen Märkten Nokias

In der Zeit nach der  Werksschließung wurde es erst einmal ruhiger in der Struktur der Betriebsstätten. Trotzdem ist Nokia nach wie vor ein wichtiger Produzent von negativen Schlagzeilen in der Weltpresse. In den meisten Märkten, die Nokia zum Teil als Marktführer beherrschte, brachen erst die Umsatz-, dann  Ertragszahlen zusammen.

"Selbst auf vertrautem Terrain droht der strauchelnde Weltkonzern die Orientierung zu verlieren."

Zitat aus Die Welt vom 01.12.2011

 

Am heutigen Tag ist es noch möglich auf der deutschsprachigen Seite von Wikipedia zu lesen, dass Nokia der "weltgrößte Mobiltelefonhersteller" ist. Stellt sich die Frage, wie lange das noch dort steht, oder?

Strategische Partnerschaft: Microsoft

Es wird vermutet, dass sich Nokia mit der Entwicklung eines eigenen Betriebssystems für Smartphones verplant hat. Aus diesem Grund wich Nokia von seiner bisherigen Strategie, immer eigene Betriebssysteme für Mobiltelefone, ab und verkündete Anfang 2011 die neuen Smartphones mit dem Microsoft-Betriebssystem "Windows Phone 7" auszurüsten. Trotzdem kämpft Nokia weiter mit fallenden Marktanteilen bei Smartphones.

Nokia-Mitabeiter verlassen ihren Arbeitsplatz aus Protest

Gestern Morgen haben 50 Arbeiter aus dem Nokia-Werk aus Salo in Finnland ihren Arbeitsplatz während der Schicht verlassen, um ihren Protest über die nachträglich gekürzten Abfindungen Ausdruck zu verleihen.

Neueste Meldung: Personalabbau auch bei Nokia in Ulm

Das aktuelle Projekt ist die Schließung des Mobilfunk-Werks in Ulm. Heute Vormittag demonstrierte die Belegschaft des Nokia-Werks in Ulm, die um ihre Arbeitsplätze bangen. Bei der Schließung des Ulmer Werks würden über 730 Beschäftigte ihre Arbeit verlieren. Fachliche Unterstützung auf höchster Ebene bekommen die Mitarbeiter von der IG Metall-Chefin Ulrike Kleinebrahm, die auch schon die Proteste in Bochum angeführt und für eine entsprechende Medienpräsenz gesorgt hatte.

 

Strategische Partnerschaft: Siemens

Im Jahr wurden die gesamten Netzwerksparten von Siemens und Nokia zum Jointverture "Nokia-Siemens-Networks" (NSN) zusammen gelegt. Dadurch entstand der drittgrößte Netzausrüster für Telekommunikation.

Doch auch diese Entwicklung stand bisher weder unter einem gesunden, noch guten Stern. In den Jahren 2009 und 2010 wurde an vielen NSN-Standorten ein erheblicher Personalabbau vollzogen, bei dem besonders die Werke in Düsseldorf, München und Bruchsal betroffen waren.

München

 

Bruchsal

Auch zum Jahresbeginn 2012 konnte NSN erneut mit großen Plänen zum Personalabbau überraschen. Die zuerst geplante Komplettschließung des Standortes München ist zwar erstmal vom Tisch, doch müssen mehrere tausend Beschäftigte von NSN mit einen weit entfernten Umzug ihres Arbeitsplatzes oder Kündigung rechnen.

 

Doch auch an Standorten in anderen Ländern ist die Lage sehr angespannt.

Rom, Italien

Was wird aus Nokia, NSN und allen anderen Sparten, Beteiligungen und Kooperationen?

Da drängen sich für den Betrachter doch einige Fragen auf: Was kommt als Nächstes?
Wird Nokia – von der Konzernleitung bis zum allerletzten Azubi – das Ruder herum reißen können?
Mit welchem Gefühl, in der Magen-Gegend, gehen die Beschäftigten morgens zur Arbeit?

Die Welt schaut zu. Wir fühlen mit!

 

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Foto: John Karakatsanis- Flickr

Geplanter Stellenabbau bei Merck

Stellenabbau beim Pharmakonzern Merck

21.06.2012

Die Konzernleitung plant den Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit durch Streichung von Arbeitsstellen in Deutschland. Der Betriebsrat befürchtet, dass bis zu 900 Arbeitsplätze in Gefahr sind und droht notfalls einen Arbeitskampf ab Herbst an.

Wie die WirtschaftsWoche heute berichtet, sollen auch im Ausland diverse Standorte stark von den Stellenstreichungen betroffen sein. Deswegen  demonstrierten gestern Beschäftigte des Tochterunternehmens Merck-Serono in Genf, deren Werk möglicherweise komplett geschlossen werden soll.

 

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Sozialplan bei EON

EON – Einigung auf Sozialplan beim Stellenabbau

14.06.2012

Seitdem der EON-Konzern vor Weihnachten angekündigt hatte, dass ca. 11.000 Stellen weltweit und davon 6.000 in Deutschland abgebaut werden sollen, herrscht an vielen Standorten Angst und Ungewissheit.

Gestern Abend gaben EON und der Betriebsrat erste Einzelheiten zu dem in den vergangenen Monaten verhandelten Sozialplan bekannt. So werden Mitarbeiter ab dem 53. bzw. 54. Lebensjahr in Vorruhestand gehen können und erhalten bis zu 70 % des letzten Nettogehalts plus Zahlung der kompletten Krankenkassenbeiträge und zusätzlich einen Finanzausgleich für die während des Vorruhestands fehlenden Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung. Ein besonderes Bonbon ist, dass Betroffene während der Vorruhestandsjahre nebenbei so viel arbeiten dürfen, wie sie möchten.

Hohe AbfindungsregelungFahnen E.ON

Die Rheinische Post meldet heute früh, dass für alle jüngeren Beschäftigten ebenfalls eine sehr großzügige Sozialvereinbarung geschlossen wurde, die  Abfindungen von 1,2 Monatsgehältern pro Dienstjahr vorsieht. Dazu kommen noch einmal 0,3 Monats-Bruttogehälter pro Jahr als Sprinterprämie, für Personen, die sich sehr schnell für die Aufgabe des Arbeitsplatzes entschließen.

 

Hauptsächlich betroffen sein werden voraussichtlich die Standorte München, Essen und Hannover. Vermutlich werden aber auch in Düsseldorf und fast allen weiteren Werken weltweit Arbeitsplätze abgebaut.

 

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Empfehlung

Ein Autorenkollege, der sich aus der eigenen beruflichen Abfindungssituation heraus, sehr intensiv mit dem Thema "Arbeitsrecht und wie kann men eine Abfindung erhöhen" befaßt hat, ist Fred Zaunbäcker.

 

Seine Internetseite ist:  www.abfindung-maximieren.de

Peugeot verlagert Deutschlandzentrale

Peugeot Deutschland zieht nach Köln

05.06.2012

Bereits Ende März wurde bekannt, dass die pariser Konzernzentrale von PSA beschlossen hat, die Zentralverwaltungen ihrer beiden Marken in Deutschland an einen gemeinsamen Standort in Köln zusammenzulegen

Citroen, die schon seit Jahren ihre Zentrale in Köln betreiben werden in den kommenden Monaten innerstädtisch umziehen und dann gemeinsam mit Peugeot, die ihr bisherige Verwaltungszentrale in Saarbrücken schließen werden, an einem Standort vereinigt.

Heute früh meldete als erstes öffentliches Medium die Saarbrücker Zeitung Einzelheiten zum Sozialplan, den Peugeot und der Betriebsrat für die Mitarbeiter an der Saar verhandelt haben. Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Kliebhan, erhalten alle Mitarbeiter ein Arbeitsplatzangebot für Köln, dass durch eine besondere Mobilitätsprämie (Umzugskosten, Maklerkosten + Belastung durch Zweitwohnsitz) + Sprinterprämie  untermauert wird.

Offenbar hat in diesem Fall ausnahmsweise ein Arbeitgeber wirklich einmal das Interesse, einen Großteil der bisherigen Beschäftigten weiter zu beschäftigen.

Zusätzlich gibt es für alle Angestellten, für die ein Umzug nach Köln keine Alternative darstellt, ein Abfindungsprogramm, dass bis Ende 2013 läuft.

 

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Streiken für Abfindungen bei Marktkauf in Gera

Schließung des Marktkaufs in Gera

01.06.2012

Wie die Ostthüringer Zeitung heute früh meldet, gibt es erneut schlechte Nachrichten für die Angestellten des Marktkaufs in Gera.

Ungewöhnlich ist es, wenn es sich bei einem Streik hauptsächlich um die Höhe der Abfindung handelt. Normalerweise wird innerhalb eines Streiks eher für die Erhaltung der Arbeitsplätze gekämpft. Nicht so im Fall des Warenhauses "Marktkauf" in Gera.

Vermutlich sehen die 72 Bediensteten  von Marktkauf keine andere Chance mehr, denn das Warenhaus sollte ursprünglich zu Ende 2012 geschlossen werden. Die Pläne wurden aber inzwischen von der zuständigen Konzernzentrale von EDEKA geändert und die Beschäftigten per 01.07.2012 frei gestellt. Ein derber Schlag für die Mitarbeiter, die sowieso mit den schlechten beruflichen Chancen in der Region um Gera zu kämpfen haben.

 

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