Abfindung und Steuer

Viele Arbeitnehmer haben im Zusammenhang mit der Auflösung Ihres Arbeitsverhältnisses mit finanziellen Nachteilen zu rechnen. Eine Entschädigung  und Vergütung soll hier Abhilfe schaffen und wird im deutschen Sprachraum als „Abfindung“ bezeichnet.

 

Steuerfreibeträge bei Abfindung

Nachdem der Gesetzgeber 2006 die Steuerfreibeträge auf Abfindungen ersatzlos gestrichen hat (Übergangsregelung bis Ende 2007) gehören Abfindungsbeträge seit 2008 im vollem Umfang zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Oftmals werden Abfindungszahlungen im Zusammenhang mit der letzten Gehaltsabrechnung des Arbeitgebers abgerechnet. Dabei ist es zumeist üblich, dass ein entsprechender Betrag für Lohnsteuervorauszahlung einbehalten und an die Finanzbehörden abgeführt wird.

 

Steuerprogression bei Abfindungen

Normalerweise würde eine Abfindungszahlung das zu versteuernde Einkommen deutlich erhöhen. Weil dadurch auch der Progressionsvorbehalt ansteigt, würde dieses zu einer überproportionalen Steuerbelastung führen. Genau um diese starke Steuerprogression zu vermeiden, hat der Gesetzgeber die Fünftelregelung als Entlastung für den Arbeitnehmer installiert, die in den meisten Fällen zu einer Steuererleichterung führt. Für die Anwendung der Fünftelregelung gelten jedoch gesetzliche Voraussetzungen.

 

Steuerbegünstigung der Abfindung durch die Fünftelregelung

Wenn es sich zweifelsohne um ein Abfindung für entgangenen Leistungen und Rechte an einem Arbeitsplatz handelt sowie die Zahlung als "außerordentliche Einkünfte nach § 34 EStG und zusammengeballt zufließt, darf vom Steuerpflichtigen die sogenannte Fünftelregelung angewendet werden, durch die das zu starke ansteigen der Steuerprogression etwas abgemildert wird. Durch den etwas komplexen Berechnungsvorgang lassen sich jedoch für die meisten Nutzer der Fünftelregelung Einsparungen bei der Steuer auf die Abfindung erzielen.

Je nach Höhe des zu versteuernden Einkommens, dass im Jahr der Auszahlung der Abfindung verdient wird/wurde, können steuerliche Einsparungen bei der Abfindung zwischen ein paar hundert bis über zweitausend Euro betragen. Aus diesem Grund macht es auch in jedem Fall Sinn, sich mit der besonderen Situation der Steuer auf die Abfindung zu befassen.

 

Besondere Ausnahmen: keine Steuer bei Abfindung

Entschädigungen, die z:b. für einen privaten Vermögensschaden  oder als Ersatz für steuerfreie Einnahmen gezahlt werden, sind in Deutschland nicht steuerpflichtig und werden aus diesem Grund auch nicht ermäßigt besteuert.

Wichtiger und und auch in der letzten Zeit häufiger vertreten sind Entschädigungen nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz siehe § 15 AGG, die Personen z.B. wegen Diskriminierung, Mobbing, Benachteiligung oder sexueller Belästigung zugesprochen werden. Die Entschädigungen bzw. Abfindungen nach dem AGG sind ebenfalls steuerfrei.

 

 

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