Abfindung Steuern

Beschäftigte, bei denen die Beendigung ihres Dienstverhältnisses durch den Arbeitgeber veranlasst wird, müssen oft mit finanziellen Einbußen rechnen. In bestimmten Fällen zahlt der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter deswegen zum Ende der Beschäftigung eine finanzielle Entschädigung, die heute in der Umgangssprache "Abfindung" genannt wird.

 

Freibetrag bei den Steuern auf die Abfindung

Bis zum Jahr 2005 existierte eine gesetzliche Regelung, nach der Abfindungen bei den Steuern besonders bevorzugt wurden. Dieses Gesetz und damit der Steuerfreibetrag ist zum 01.01.2006 abgeschafft worden. Seit diesem Tag ist eine Abfindung komplett steuerwirksam und muss bis auf den allerletzten Cent versteuert werden.

 

Abrechnung von Steuern auf die Abfindung

Die Abfindung wird in den meisten Betrieben im Rahmen der letzten Gehaltsabrechnung abgerechnet. Das bedeutet, dass von Personalbüro/Personalabteilung die Abrechnung des Monatsgehalts und der Abfindung in separaten Rubriken erfolgt, weil für die Abfindung die Fünftelregelung zur Minderung der Steuern angewandt werden kann. Weil es sich hierbei um ein komplexes Berechnungsverfahren handelt, finden Sie nähere Informationen in der Rubrik Fünftelregelung.

 

Abfindung und Progression von Steuern

Theoretisch würde der Betrag einer Abfindung, die einfach auf das Gesamteinkommen aufgeschlagen wird, die  zu bezahlenden Steuern überproportional erhöhen, da der Progressionsvorbehalt sehr stark steigt. Zum Glück gibt es noch die gesetzlich verankerte Fünftelregelung, die hilft, dass die Steuerprogression nicht ganz so stark ansteigt. Diese Tatsache führt in vielen Fällen zu einer gewissen Steuererleichterung für den Arbeitnehmer.

 

Abfindung und Vergünstigung bei den Steuern

Im Einkommensteuergesetz ist exakt definiert, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit der Arbeitnehmer die Steuervergünstigungen der Fünftelregelung für sich nutzen kann.

  • es muss sich um eine Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes handeln
  • die Zahlung der Abfindung muss dem Beschäftigten zusammengeballt zukommen
  • in der Einkommensteuererklärung muss die Abfindung als "außerordentliche Einkünfte" nach § 34 EStG deklariert werden

Einsparungen durch die Fünftelregelung

Bei der Berechnung der Steuern auf die Abfindung kommt es besonders auf die Höhe der gesamten, zu versteuernden Einkünfte im Kalenderjahr (Veranlagungszeitraum) an. Oftmals können die Einsparungen durch Anwendung der Fünftelregelung zwischen mehreren hundert bis etwa über zweitausend Euro betragen.

Weil das Einsparungspotenzial der Steuern bei einer Abfindung fast immer eine schöne Geldsumme ausmacht, lohnt es sich, einmal über die Versteuerung und die sich daraus ergebenden Chancen nachzudenken.

Weitere Informationen zu Abfindung und Steuern finden Sie auf den folgenden Seiten:

 

Ausnahmefall:  Abfindung auf die keine Steuern bezahlt werden

Eine Abfindung die für einen Schaden im privaten Vermögen gezahlt wird, ist ebenso von der Versteuerung befreit, wie eine finanzielle Entschädigung für steuerfreie Einnahmen.

 

Ausnahme: Abfindung nach Gleichbehandlungsgesetz

Entschädigungen, die Bürgern zugesprochen werden wegen z.B. Benachteilung, Mobbing, Diskriminierung oder sexueller Belästigung nach § 15 AGG gelten ebenfalls als steuerfrei.

 

 

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