Commerzbank-Chef treibt Stellenabbau weiter voran

Nächste Runde beim Stellenabbau der Commerzbank
 

Der Vorstandsvorsitzende Martin Blessing, hat es fast geschafft, denn sowohl der Betriebsrat als auch die Führung der Commerzbank AG einigten sich darauf, dass mehr als 5000 Stellen bei der zweitgrößten Bank Deutschlands gestrichen werden. Lediglich der Gesamtbetriebsrat muss der Stellenstreichung jetzt noch zu stimmen.


 

Die Commerzbank beschäftigte Ende März 2013 konzernweit 54.000 Mitarbeiter. Bis zum Jahr 2016 soll nun eine Radikalkur dazu führen, dass 5200 Beschäftigte ihren Job verlieren werden. Eingerechnet darin sind auch bereits die ca. 500 Arbeitsstellen, die in Kürze beim Tochterunternehmen, der Frankfurter Hypothekenbank (ehemals Eurohypo), gestrichen werden.

Nicht nur allein ältere Mitarbeiter sollen gehen

Baut ein Betieb über Jahre Personal ab und versucht vor allem älteren Mitarbeitern den Ruhestand schmackhaft zu machen, ist die Jugend irgendwann allein auf weiter Flur vertreten. Die Alterspyramide gerät ins Wanken und droht sogar zu kippen. Die Commerzbank will es erst gar nicht so weit kommen lassen. Der jüngst beschlossene Stellenabbau setzt somit ganz andere Akzente als die früheren Personalabbauprogramme. Nach, wie vor setzt die Commerzbank auf Erfahrungswissen und will aus diesem Grund auch ältere Mitarbeiter halten.

Konsequenzen für Kunden und Filialen

Weil auch die Kundschaft der Commerzbank erfahrene Berater in jeder Filiale erwartet, wird der Stellenabbau nicht nur ältere Mitarbeiter treffen können. Da das Unternehmen außerdem auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet, darf die Commerzbank auf der anderen Seite frei wählen, wen sie gehen lässt und wen nicht. So soll hier das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit gelten, allerdings ist dies keine Garantie dafür, dass jeder Mitarbeiter auch wirklich freiwillig gehen wird, denn ein Großteil der Beschäftigten möchte seinen Job behalten. Für die Kosten des Sparprogramms wurde bereits eine Rückstellung von 500 Millionen Euro gebildet

Abfindung für jeden Mitarbeiter der Commerzbank, der freiwillig das Unternehmen verläßt

Jedem Mitarbeiter, der das Unternehmen freiwillig verlässt,  soll mindestens eine Abfindung von 20.000 Euro erhalten, individuell wird dieser Betrag allerdings auf Basis der bisherigen Tätigkeitsbereiche und Betriebszugehörigkeit deutlich steigen. Dafür soll ein Brutto-Monatslohn pro Jahr der Beschäftigung angerechnet werden. Wer also schon eine Reihe von Jahren für eines der Unternehmen des Commerzbankkonzerns tätig war und zudem gut verdient hat, kann mit einer hohen Abfindung rechnen. Zudem wird ein Teil der 500 Millionen Euro Rückstellung ebenfalls für Umbaumaßnahmen in Filialen genutzt werden.

Konkrete Pläne für Stellenkürzungen

Auf die inländischen Institute der Commerzbank AG entfallen somit gleich 3900 der 5200 gekürzten Stellen. Besonders stark wird die Zahl der Vollzeitstellen im Privatkundengeschäft gekürzt, wobei die Zahl der Filialen vorerst bleiben soll.

Auf den ersten Blick scheint dieses Vorhaben kaum zusammen zu passen mit dem angestrebten Ziel ca. 1 Million neue Kunden zu gewinnen. dazu gehen die Planungen der Commerzbank eher in die Richtung von flexibleren Arbeitszeiten für die Zukunft. Veränderte Öffnungszeiten sollen dem  Kundenverhalten entgegenkommen, das sich in den letzten Jahren enorm verändert hat. Kunden greifen vermehrt auf Online-Banking zurück. Niedrige Frequenzen in den Filialen, wie auch der veränderte Rhythmus des Kundenstroms in einkaufsnahen Stadtbezirken erfordern klare Veränderungen in der Bankbranche. So sollen sich Filialen in Einkaufsstraßen oder Großstädten in Zukunft durch längeren Öffnungszeiten dem Bedarf anpassen und so für mehr Kundenzufriedenheit sorgen. Wobei weite Teile der Beschäftigten gerade diese Punkte sehr kritisch betrachten.

 

Siehe auch frühere Meldung zu Stellenstreichungen bei der Commerzbank