Einkommensersatzleistungen

 

 Was sind Einkommensersatzleistungen?

Als Ersatzleistungen nach § 32b Abs. 1 EStG werden spezielle Zahlungen bezeichnet, wie z.B. Elterngeld, Mutterschaftsgeld, Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Zuschüsse zum Arbeitsentgelt, Kurzarbeitergeld, Winterausfallgeld, Insolvenzgeld, Krankengeld, Verdienstausfallentschädigung und Aufstockungsbeträge nach dem Altersteilzeitgesetz.

 

Besteuerung der Einkommensersatzleistungen

Grundsätzlich sind Einkommensersatzleistungen steuerfrei. Sie haben jedoch direkten Einfluss auf die Besteuerung des sonstigen Einkommens. Das heißt, sie erhöhen den Progressionsvorbehalt und damit den Steuersatz, den Sie auf Ihr Einkommen und Ihre Abfindung zahlen müssen.

 

Beispiel für die Steuerberechnung bei Einkommensersatzleistungen

Beispiel Einkommensersatzleistungen

In dem oben aufgeführten Beispiel werden die Steuern fällig für ein gesamt zu versteuerndes Einkommen von 52.400,- Euro.

Der Steuersatz wird jedoch auf 58.200,- Euro berechnet.

Fazit: Vermutlich werden über die Monate von den Arbeitgebern der Ehepartner die Lohnsteuervorauszahlungen auf  das jeweilige Monatsgehalt einbehalten und abgeführt. Doch ist nach dem Ende des Steuerjahres mit einer Steuernachzahlung zu rechnen, weil der Steuersatz durch die Einkommensersatzleistungen gering angestiegen ist.

 

 
Achtung: Die Einkommensersatzleistungen erhöhen auch die Berechnungsgrundlage des Steuersatzes für Abfindungen. In vielen Fällen ist mit einer Steuernachzahlung zu rechnen!

 

 

Besonderheiten bei Einkommensersatzleistungen

Bei der Besteuerung von Einkommensersatzleistungen gibt es zwei spezielle Ausnahmen: Für

  • Krankengeld- und Krankentagegeldzahlungen das durch eine private Krankenversicherung nach  R 32b Abs. 1 Satz 3 EStR 2008 gezahlt wird
  • Beträge als Überbrückungsgeld und/oder ein Existenzgründerzuschuss, die aus der Arbeitslosigkeit eine selbständige Tätigkeit beginnen

gilt die obige Verpflichtung nicht. In diesen beiden Sonderfällen fallen die Beträge nicht unter den Progressionsvorbehalt und erhöhen nicht den Steuersatz.